Miss Kitten And The Mett

Die gestörte Psyche bei 105 % aller Katzen wird gewöhnlich als "Schrulligkeit" ausgelegt. So eine Pussy ist süß, schmilzt in der Hand und klebt trotzdem nicht.

Dabei sind das ganz arme Tiere. Man muß sich das auch mal vorstellen: jeden Tag Dosenfutter von glücklichen Rindern, man darf sich einfach überall hinlegen, auf den Abendbrottisch springen, seine Haare wahllos verlieren ("Kannst Du nicht einmal das Waschbecken sauber machenl wenn Du Dich rasiert hast?"), egal ob Sommer oder Winter. Kater werden einfach entmannt und ob ihrer nun überflüssigen Existenz gemästet, bis dass die Schwarte kracht. Den Weibchen geht es wohl ebenso. Glanzlichter des Tages bestehen eher aus zu kleinen Kügelchen zusammengepratztem Staniolpapier zur körperlichen Ertüchtigung. Diese Tiere spielen aus Mitleid mit. In Wirklichkeit ist jede Bewegung solch einer Katze eine Art Hilferuf. Ich glaube, Schweine leben glücklicher.

||| Winsel |||Ein Hund ist "echter", so richtig was mit Geschlechtsteilen halt. Ich würde mich in meiner Freizeit ungern nur mit Eunuchen umgeben. Zum Beispiel. Da fehlt auf beiden Seiten das Verständnis. Einen Hund kann ich überall hinkacken lassen, er wird zu einer Art Waffe, und ich muß mich nicht über einem Katzenklo erniedrigen lassen. Das halte ich übrigens für sehr schlau von den Pussies.

Ich mag es halt unhandlich, dumm und treu ergeben. Deshalb stehe ich auch zu meinem Hund. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als zu mir zu stehen. Er mag mich, nur mich. Egal was ich grade anhabe. Außerdem haart er nicht so, und über den Geruch von Katzenpippi in der Wohnung möchte ich mich nicht auslassen. (Schon einmal nach dem Duschen mit nassen Füßen in Kittekatstreu geglitscht ?) Und Hundefutter riecht irgendwie leckerer als Katzenfutter.

Wenn mich meine 8 Stunden Auszeit am Tag mal ganz intensiv geärgert haben, dann finde ich es einfach toll, wenn abends mein Nicht-Stöckchen-Holer winselnd und schwanzwedelnd vor mir sitzt, mit Pipi in den Augen. Und ich bestimme, wann es rausgeht -oder nicht.

Irgendwie genial.

Mausgedicht

Meine Mutter ließ einmal irgendwann in den 70ern, ich glaube es war ein Samstag, einen markerschütternden Schrei vom Keller durch das ganze Haus erschallen. Ursache dieses Schreies war eine im Waschraum entdeckte Maus.

Daraufhin waren mein Vater, unsere Katze und ich damit beschäftigt, der Maus den Garaus zu machen. Letzten Endes unterlag die Maus. Dies allerdings erst erhebliche Zeit später. Mein Vater war zu ungeschickt, die Katze zu verspielt und ich fand das einfach alles nur komisch und hatte jede Menge Spaß.

Die Maus wurde kurze Zeit später im Wohnzimmer unter einem Teppich geplättet, ausgerechnet von meiner Mutter. Als mein Vater mir die Miniaturausgabe dieses Eisbärenfelles zeigte, weiß ich noch wie ich dachte was diese Maus doch für schöne, große, braune Augen hat. Daraufhin schrieb ich ein Gedicht

dein hüpfen in des kellers ecke,

nicht so laut,

ein wispern,

"verrecke, verrecke!"

der teppich wurde dir zum verhängnis,

er brachte dich in arge bedrängnis.

deine augen so braun,

dein kopf so breit,

jetzt weißt du wenigstens bescheid.

die mutter, die war viel zu schwer,

jetzt gibt es dich einfach nicht mehr.

da liegst du nun,

mausetot,

doch wir sind frei vom mäusekot.

still ist's nun,

"verrecke, verrecke!",

leer auch jetzt,

des kellers ecke

Tier-Heim

Katzen: Da entschließt man sich aus einer total vernachlässigten Laune heraus, so einen Schotterscheißer aus dem Tierheim zu holen, aber: wie entsorgt man so ein Findelkind mit einer Platine im Nacken wieder?

"Ja, die ist ja süß! Was können Sie mir denn zu der Katze erzählen?"
"Och, die ist seit 3 Monaten hier, angeblich im Garten gefunden worden, aber genau weiss das keiner, man steckt nicht drin."
"Hm. Eher so ein Problemfall?" "Nein, überhaupt nicht. Sie ist jetzt so ruhig, weil der andere Kater da unten sie immer verkloppt. Der verkloppt eigentlich alle Katzen hier. Darum liegt die andere auch immer da oben, immer nur schlafend, verstehnse?!"
Die Frage nach Einzelhaft klebt motivationslos in meinem Mund, aber ich schlucke sie nach fünf vorangegangenen Tierheimbesuchen einfach runter.

Die Worte des Katzenwärters werden durch ein kurzes Fauchen beim Bücken nach der Kratzbaumhöhle des Klopperkaters unterstrichen. Dieser Kater kann nur Ali heißen, soviel ist klar. Ali angelt kurz, aber ausgesprochen wild und prägnant mit seiner recht beeindruckenden Katzentatze nach der nächsten verfügbaren menschlichen Wade.

"Ja. Hm. Süß sieht sie ja aus. Also nicht der Haudegen da unten." Allgemeines fadenscheiniges Gelächter.
"Jaha, wissense, wenn die Pussy erst mal in ein schönes zu Hause kommt, dann wird die auch zutraulicher, guckense mal!"
Der Wärter in viel zu kurzen Hosen samt Sandalenequipmemt streichelt die vermeintlich schlafende Katze, die es, den intensiven Blicken meiner Freundin nach zu urteilen, wohl werden wird. Die Berührung der total zerfetzten Hand ("Ich bin ein totaler Katzenfreak!") lässt den Schlafwollball nervös zusammenzucken, aber sie läßt ihn gewähren und schnurrt verhalten. Ich weiß, ich habe es mal gelesen: Katzen tun das auch in höchster Not, um ihren Gegner zu beruhigen.

"Sehnse? Die beißt und kratzt nicht, die ist voll lieb, ich sags Ihnen! Das wird schon, glaubense mir mal!"

Kurzes Beratungsgespräch, abwägen der Fürs und Wieders. Reine Formsache, denn der feurige Blick meiner Freundin im Verlaufe des Gespräches ( das ich dankenswerterweise alleine bestreiten durfte) spricht eine eindeutige Sprache.

"Hat sie einen Namen?"

Natürlich hat diese Katze keinen Namen.

Die Schlacht ist geschlagen, die Katze ohne Name soll es sein. Im nach Hundepisse stinkenden Holzhaus dann die Formalitäten. 110 €. Alles wird teurer, auch hier. Muß am Euro liegen.

Kurzes sehnsuchtsvolles Sinnieren über die Siamkatze, die man eigentlich immer schon haben wollte. Oder eine Kartäuserkatze. Aber bitte, bitte jung und unverdorben, ohne schlechte Ü-Ei-Vita. Stattdessen beugt man sich feurigen Blicken; sie ist offensichtlich bereit, es ohne weiteres mit unzähligen weiteren Tierheimen aufzunehmen. Was erwarte ich auch von einem Menschen, der den frechsten und schnuckeligsten Hund der gesamten iberischen Halbinsel kurzerhand adoptierte, importierte und zum beliebtesten Haustier von NRW machte?

Man hätte ja auch mal im Nachbarort schauen können. So rein theoretisch. Aber ich weiss doch, wie es ausgehen wird. Sechs weitere Tierheime und 200 Katzen später wird es immer noch KoN sein, die Katze ohne Name. Das einzige Wesen auf dem Planeten, dem es offensichtlich gelingt, sich schlafend in die Herzen gewisser Menschen zu schnurren..

10 Monate später liegt das verfickte Vieh immer noch nur rum und pennt, pennt, pennt mit kurzen Unterbrechungen, die einzig und allein der Nahrungsaufnahme und einem gelegentlichem Besuch der Schotterpiste dienen. Man will ja schon etwas Respekt und ein klitzekleines Gefühl gespielter Achtung vor der Hand, die füttert, ein kleines "Ich hab' Dich lieb" Maunzen, etwas Änhänglichkeit, die ich, je nach Tagesform, erwidern kann, oder einfach nicht beachte, je nach dem, wie der Tag so gelaufen ist.

Eine Entsorgung durch versehentliches Öffnen im richtigen falschen Augenblick der Terassentür scheidet natürlich aus: da ist ja dieser Chip in der Katze, die fährt man dann, je nach Fundort, sogar bis zur Haustüre.

Kreuzverhöre schleichen sich in mein Unterbewußtsein "Das ist ja Ihre Katze, die ist Ihnen weggelaufen, soso ... sagen Sie jedenfalls. Vor 2 Monaten, hm. Was haben Sie denn unternommen, um sie wiederzufinden?"

"Gar nichts, da ist doch dieser Chip in dem Vieh!" kann ich nicht sagen, das würde sich bestimmt nicht gut machen.

"Wo waren Sie gestern Abend zwischen 18 und 21 Uhr? Was ist das für eine Beule an Ihrem Wagen dort draußen? Das ist doch Ihr Auto, oder?"

Worüber man so lacht

Heute über einen wirklich guten Witz gestolpert:

3 Katzen treffen sich zum gemeinsamen Fressen. Die erste Katze ist die eines Architekten, die zweite die eines Chemikers und die dritte die eines Regisseurs. Alle drei sitzen vor ihren Futternäpfen voller Brekkies.

Die Katze des Architekten nimmt die Brekkies, baut damit 4 Wände, zieht einen Boden ein, setzt ein Dach drauf und umzäunt es mit den restlichen Brekkies. Als sie fertig ist, bewundert sie ihr Machwerk und frisst es auf.

Die Katze des Chemikers nimmt die Brekkies, zerkleinert sie, gibt sie in einen Glaskolben, fügt etwas Flüssigkeit hinzu und löst das Ganze unter ständigem Rühren auf. Als sie fertig ist, bestaunt sie die Lösung und trinkt sie aus.

Die Katze des Regisseurs nimmt die Brekkies, pulverisiert sie, nimmt einen Strohhalm, zieht sich den Stoff durch die Nase, vögelt die anderen beiden Katzen und schreit:

"ICH KANN SO NICHT ARBEITEN!"

Den fand ich wirklich witzig, doch. Sogar sehr.

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