Kaffeebohnen und mehr

Kaffee ist schon ein tolles Gemüse -Ich konsumiere es täglich

||| swei Male mitte Sucker, okay ? |||
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Frühstücksklause

Müde schleppe ich mich hier rum, habe wahrlich schon bessere Tage erlebt, speziell so früh am Morgen. Der Kaffee ist auch noch nicht durchgelaufen, fummel' mir schon mal eine Pall Mall ohne aus der Packung und lasse die gräßlich gut gelaunten Menschen um mich herum außen vor. Tür zu, Kaffee, Kippe und verhaltene Fröhlichkeit mit Gedanken an den ersten Stuhlgang.

Mich können Sie heute morgen wahrlich zu nichts gebrauchen. Der Sonnenaufgang war so kitschig schön, ich hätte mich übergeben können.

Nein, ich hätte es auch wirklich machen sollen

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Guten Morgen allerseits ... und was vorher geschah

Es ist 9:00h, ich freue mich auf eine große Tasse Koffein in meinem Neutralisationscafé auf dem Weg zur Arbeit. Nach dem Betreten des Cafés rennt mich ein rotgesichtiger Anzugmensch mit einem leeren Besucherschild am Revers über den Haufen, kurz stehe ich in einer Wolke aus Streß und Plastik, ich grinse ihn kurz an, er nickt nur huldvoll.

Das Café ist nun bis auf mich und dem Mann hinter dem Tresen leer; kurz überlege ich, ein paar Fotos zu machen, das Licht ist mild und das Interieur schimmert bronzefarben. Verwerfe diesen Gedanken sofort, als mein Blick die neongrüne Budweiser-Reklame streift. Müde bin ich, sehe die Dinge mehr zwei- als dreidimensional.

Der Mann hinter dem Tresen schaut mich freundlich und homosexuell-erwartend an. Ich bestelle einen großen Milchkaffee und zünde mir die erste Zigarette des Tages an. Von soviel Leere umgeben schaue ich auf den Fernsehschirm in der Ecke rechts von mir. Pink macht eine Party und lächelt debil, und es scheint, als schaue sie in die leere Ecke im Raum links hinter mir, die mit einem Ständer voller Gratispostkarten tapeziert ist. Irgendwie sieht es wie gewollt hingeworfen, arrangiert aus. Diese unheimlich witzigen Karten. Ich überlege kurz, wie spät es wohl gerade bei den Disneys ist, da kommt auch schon mein Kaffee.

"Bitte sehr!"
"Mmh, jaokaydanke"

Nach einer ausgedehnten Zuckerorgie und bedächtigem Umrühren und Versinken, nippe ich kurz an meiner Tasse, der Kaffee schmeckt irgendwie bitter. Meine Geschmacksknospen senden diese Information über ein paar Umwege an mein noch verschlafenes Kleinhirn.

Nach dem Zähneputzen ist die erste Nahrungsaufnahme immer die Unangenehmste, funkt es zurück. Nach dem dritten Nippen leckt meine Zunge direkt über mein Hirn und im beidseitigem Einvernehmen kommt man dann doch zu dem Schluß, dass die Milch säuerlich schmeckt. ||| kommt sofort! |||

"Die Milch ist sauer, kann das sein?" "Was? Moment!" Der freundliche Mensch trinkt und probiert direkt aus der Milchkanne am Automaten, sein Oberkörper spiegelt sich verzerrt und verchromt im Automaten wider. "Tatsächlich" sagt er mit verzogener Miene, irgendwie sieht das sehr lustig aus.

"Kurz vor Ihnen hat jemand aber anstandslos seinen Kaffee getrunken!"
"Liegt wohl am Wetter" sage ich, lasse den Bezug darauf offen und stelle mir einen anstandslosen Kaffeetrinker vor.

Die Milchkanne wird ausgespült. Ob ich eine neue Tasse haben möchte, werde ich gefragt, ich denke eine Nanosekunde darüber nach, dieses Bild, wie er aus der Milchkanne probierte. "Nein, danke, ich muß los" sage ich artig.

An den Nebentisch setzt sich in diesem Augenblick ein dicklicher Anzugmensch. 'Schon wieder ein Anzugmensch', denke ich. Auf der Brusttasche seines schlecht sitzenden Sakkos prangt ein kindlich aussehendes, eingesticktes Monogramm auf schwarzem Stoff. Kurz blitzt ein Bild in meinem Kopf auf, ich mit 4 oder 5 Jahren in einem Cowboy-Kostüm. "Ich will datt Frühstück spezial, da unten" sagt er. Hier im Rheinland legt man nicht unbedingt großen Wert auf eine klare Aussprache.

Die Bedienung quittiert es gelassen mit einem Kopfnicken, nicht so freundlich wie bei mir, fällt mir auf. Vielleicht ist das auch Einbildung. Und eigentlich ist es auch egal.

Ich nehme meine Tasche, verlasse das Café. Vor der Tür bleibe ich kurz stehen, hole tief Luft. Sie schmeckt ebenfalls säuerlich, mein Hemd klebt mir am Rücken, ich schaue auf die Uhr und bewege mich in Richtung Kreuzung. Ob sich der dicke Monogramm-Mann morgens wohl die Zähne putzt? Die Ampel wird grün, ich überquere die Straße.

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Koffeingedanken:

Ein Koffeingedanke ... hat mit Verdauung zu tun. Unbedingt, etwas zwingend vielleicht.

Sich einfach vorzustellen, vielleicht, wie sich Menschen, die wir aus der Werbung kennen, nach dem Genuss zu vieler koffeinhaltiger Getränke hilfesuchend nach einem stillen Ort sehnen, einem Ort, wie nur ich ihn besitze, den ich kontrolliere. Dem Ort, an dem man prima die Seele baumeln lassen kann, dem Ort, an dem schon manch gute Geschichte entstehen konnte.

Ich, so mit Teufelshörnern und einem Tellerchen voller Cent vor der Tür stehend, etwas erheiternd sagend: "Besetzt, der Chef, ihr versteht ...?" Schwenk von oben auf die Wartenden, die sich mit ihren Mocca-Tässchen in der Hand, zitternd, x-beinig gegenseitig anschauend, die freie Hand vor den Mund haltend entsetzt anschauen und ausrufen:"Der Chef! Scheisse!" (Den Lieblingskollegen stelle ich mir komischerweise in einem Werder-Bremen Trikot vor, die Nummer kann ich nicht lesen, ist es eine Doppelnull?. Meine Sekretärin beißt auf ein Nietenarmband und schüttelt ihr Haupthaar.) Der Auszubildende wimmert.

Im Hintergrund ein Ton, der nach fernen Donnergrollen klingt, ist es letzten Endes aber nur der Chef, der durch eine Papprolle sein Lied flötet und diabolisch seine Ohren hängen läßt. Die Wartenden zucken zusammen.

Das war jetzt nur ein Auszug, Fremder.

Was ist mit der Brühe, die man uns in den Hallen der heiligen Arbeit versucht zu verkaufen? ||| krzkrzkrzshkalackchrz |||

Kaffeeautomaten,ein Genre für sich. Wer hat schon einen Espresso-Automaten auf dem Flur? Nicht jeder kann in der Werbung arbeiten.

Entsteht so, durch den permanenten Koffeinschub, soviel unverstandene Werbung?

Mich würde vor allen Dingen einmal interessieren, wie solche Slogans entstehen, was so etwas kostet, ob Sex dabei nur eine untergeordnete Rolle spielt u.s.w.

Mit "Wir machen den Weg frei" gibt es spätestens beim nächsten Schufa-Stop den Kick von der Straße, ist doch eigentlich glatt gelogen und eine Fehlinvestition der kretinen Denkarbeit.

Die Vorurteile der Kaffeewerbung sind so pauschal gehalten, mein Gott, ich würde auch lieber Kaffee im entsprechendem Ambiente trinken gehen, mit ganz viel wenig Plastik. Bedient werden von züchtig eingekleideteten Aushilfskräften mit dahlmayerschem 'Wie immer?''Ja, einmal ficken bitte!'-Blick, Tassen aus Gold und so.

Aber das ist die Zeit heute. Ich muß meinen Kaffee ja nicht in diesen neumodischen Tempeln trinken gehen. Soll aber sehr lecker sein dort bei Starbucks, die haben wohl ein besonderes Verfahren zur Herstellung des braunen Schlabberwassers im Patentrucksack, mit Wasser direkt aus der Antarktis, so aus, na, sagen wir mal 5.000 Kilometer Tiefe. Außerdem ist der Verbrühungs-Renditefaktor dort nicht zu unterschätzen. In Amerika lag wohl eine Entschädigungssumme jenseits von 1.000 Fantastilliarden Dollar.

Also, wenn ein Starbucks in der Nähe ist: Einfach mal die Kaffeemaschinen erklären lassen.

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Panik

Ich habe doch tatsächlich heute morgen, nach 10 Jahren Betriebszugehörigkeit, das erste mal so richtig mit vollen Willen, mit neurotischer Absicht fast, die Abteilungsbezeichnungen im Aufzug angeschaut, nein, sie richtig gelesen.

Ich war darüber so erschrocken, dass ich beim Verlassen des Aufzuges die Wartenden in der vierten Etage vor mir über den Haufen rannte. Mein Chef war auch in diesem Haufen.

Ich sollte langsam das Unternehmen wechseln.

Ich möchte in Zukunft alles richtig machen.

||| sssst |||
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Mal was Elementares

Ich würde mir eine Ignorefunktion in jedem Fahrstuhl dieses Planeten wünschen.

Wenn ich auf die 4 will und aus Versehen die 3 drücke kann ich ich nirgendwo eine Reset/Ignoretaste finden und muß, gnagnagna, auf der 3 einen Zwischenstop einhalten, sowas macht mich morgens schon mächtig agressiv - von den in den 1. Stockfahrern mal abgesehen.

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Chupa

Eben habe ich mich in der Mittagspause außer Haus verköstigt. Feinschmecker sollten diese Zeilen vielleicht besser überlesen.

Ich kaufte am Büdchen an der Ecke ein Brötchen mit Hähnchenfleisch (angeblich vom Bio-Metzger), dazu ein zuckersüßes Softgetränk, sowie eine Packung M&M's, die Gelben - wegen der Nüsse.

||| Büdchenluder |||

Nach dem Bezahlen bekam ich einen 'Chupa Chups' Lolly geschenkt, einfach so. Die Büdchenfrau strahlte mich dabei aus ihrem Pusteblumengesicht an. So wie man als Kind seinerzeit eine dicke Scheibe Mortadella an der Wursttheke bekam, schenkte man mir heute einen Lolli, den ich zwar nicht mag, der mich dennoch fröhlich machte. Zum Glück stand kein Mensch hinter mir, ich hätte mich doch etwas geschämt, also strahlte ich mit einem Plastikgrinsen zurück und murmelte verlegen "Dankeschön!". Nicht zu laut, aber hörbar.

Ich finde diese Geste, wenn man es so nennen will, sehr nett. Es hat irgendwie meinen Tag gemacht.

Gibt es das noch? Kleine Aufmerksamkeiten im Alltag, so unerwartet und plötzlich, ohne das man dafür eine Gegenleistung erwartet? Etwas, was einen fröhlich und vergnügt macht, auch wenn es keinen Materiellen Wert besitzt?

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Automatickk

Heute Nachmittag stand ich etwas gewöhnungsbedürftig vor meinem Stamm-Getränkeautomat. Meine Hand war voller Kleingeld, davon habe ich jetzt mehr als früher in meinen Hosentaschen, es drückt etwas im Genitalbereich, kennen Sie dieses Problem seit der Einführung des Euro? Na dann.

Ich lese mir noch einmal den Euroaufkleber am Automaten durch, schön bebildert mit den Münzen, die man jetzt in den Automaten stecken darf. Dieser Aufkleber klebt übrigens schon seit Ende Oktober (2°°1) an diesem Automaten. So schnell ist Zukunft zur Vergangenheit mutiert.

Jedenfalls paßt von meinem kleinen Kleingeld nichts in den Automaten. Also nehme ich das etwas größere Kleingeld, ein 50 C Stück. Ich kann es kaum glauben: Der Schlitz ist zu klein. Die 1 E Münze ist natürlich auch zu dick. Nicht in der Breite, nein, die Höhe, also seitlich betrachtet, macht dem Schlitz zu schaffen.

Wer hätte das gedacht. Ich finde es wirklich komisch, vor allem ausgerechnet hier. Das wäre so, als ob es in einer Bank passiert wäre. Allerdings weiß ich nicht, wo da die Getränkeautomaten stehen.

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Kollege "Proteini"

Mein Kollege, der kurz vor der Rente steht, popelt gern. Mittlerweile ( nach 2 Jahren) hat er auch keine Scheu mehr, die Nasenbewohner zwischen Mittelfinger und Daumen zu kleinen Kügelchen zu formen, also praktisch quasi konzentriertes Protein.

Ich weiß bis heute nicht, wo diese Kügelchen tatsächlich landen, der Bodenbelag besteht hier aus dunkelblauem, teuren und edlem Teppich, uns gehts gut, die Kunden zahlen auch hohe Prämien. Das Popeln des Kollegen macht mir nichts mehr aus; er ist ein alter Mann, dem ich seine Würde nicht nehmen möchte, und ab und zu biete ich ihm aus einer Laune heraus ein Taschentuch an. Er lehnt aber immer dankend ab.

Wenn er nicht da ist, setzen wir gerne die unfertigen und jungen Menschen, die man Auszubildende nennt, an seinen Platz. Die fragen schon mal nach, warum denn das Telefon und die Tastatur so schwarz und schmutzig aussehen, aber darauf antwortet natürlich keiner von uns mit der Wahrheit. Ich auch nicht. Unsere Gesichter bleiben weiß, werden niemals rot. Wir sind die Erleuchteten mit der Plastikkarte und drucken Geld, meine Sekretärin ist blond, sexy und unterwürfig. ||| Krzkkrzkdrrrring |||

Den halben Tag sitzt der alte Mann vor seinem PC und es macht ständig "klicklick-klickklick", wir sind ja jetzt sogar vom Büro aus drin - nie mehr Langeweile. Unsere Schnittmenge sind seine Oldtimerzeitschriften, aber die mag ich nicht mehr anfassen. Er fährt einen sehr schönen alten Daimler Benz aus den 60ern. Den muß er jetzt verkaufen, die 4 Kinder aus seinen 3 Ehen machen ihm einen Vorruhestand unmöglich. Mittlerweile fährt er mit der Bahn zur Arbeit. Er ist jeden Tag um 6.30 Uhr hier, ich komme meistens erst zwischen 10-11 Uhr. Um 14.30 Uhr geht der alte Mann wieder nach Hause.

Hier scheint die Sonne, es wird ein schöner Tag werden. Ich habe mir ein Käse-Schinken-Croissant gekauft, es winselt leise und devot aus der Bäckertüte. Zum Rand hin sehe ich einen feuchten Fleck, ich habe aber noch keinen Hunger.

Diese Woche möchte ich den Film über diesen Kriegsreporter sehen. Mein Fahrrad steht draußen, ob es heute noch regnen wird?

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Segen

Mal eben für kurze Zeit, in den Pausen der Regenmacher, den Zwinger wegen totem Fleisch zu verlassen.

Hungrig und relativ gelaunt unter dem einzigen Baum in diesem toten Bezirk herlaufen. Just in diesem Moment eine gewaltige Winböe förmlich riechen, kurz zucken um im nächsten Augenbick alle Regentropfen dieses verfickten Baumes auf sich tropfen zu lassen. In der Fleischverkaufszentrale sich drei mal fragen lassen, ob man denn die 1,94 Teuro nicht klein hätte, auf dem Rückweg zum Zwinger mal eben von einer Pfützengischt der Straße erfasst werden.

12:30, die Frisur schwitzt.

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Suchen

Derdiedas Google sagt: "Original-Mozarella wird in Campanien aus Büffelmilch hergestellt".

Was ich zufällig noch fand: "Das Croissant ist eine österreichische Erfindung, es entstand nach den Türkenkriegen und stellt zur Erinnerung an die vertriebenen Muselmanenhorden einen Halbmond dar. Passend dazu gab's dann den Kaffee, den die Türken zurückgelassen hatten."

Hätten Sie's gewußt ?

Tarantella ist übrigens ein aus Spinnen gewonnener, feinwürziger, kleiner Handkäse. Eigentlich fast unbezahlbar, die Preise rangieren auf dem Niveau weißer Trüffel.

Manche Dinge sind in ihrer Wahrheit schon recht verwirrend, sogar auf eine bedrohliche Art und Weise. Ich bitte das zu berücksichtigen.

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Arbeit, schon wieder

Mal wieder eine Kundenbeschwerde, weiblich, am Telefon eines Kollegen. Wir pflegen in solchen Fällen, den Lautsprecher des Telefons zu aktivieren, schließlich soll jeder etwas davon haben. Es ist schon fast ein kleines Spiel, dabei als Telefonierender nicht laut lachen zu müssen, weil man den gestikulierenden Zoten der lieben Kollegen ausgesetzt ist. Wer zuerst lacht, spendiert Kaffee und Gebäck für alle.

Diese Kundin war jedenfalls sehr verärgert, aber wieder mal im Unrecht, wie alle Kunden das meistens sind. Alle Versuche der Beschwichtigung und Richtigstellung des Sachverhaltes führen zu nichts, aus dem Quäker ertönt in einer letzten Verzweiflungstat dieser wirklich nervenden Gesprächteilnehmerin, man stelle sich das Gesagte mit vorgetragener, drohender und dunkler Stimme vor:

"... wenn das mein Mann erfährt, Herr R., dann ist Köln zu klein!"

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Grübeln über, unter und vor Mauern

Woher kommt der Drang so vieler Männer nach Burschenschaften und Geheimlogen? Sind die ägyptischen Pyramiden nicht ebenfalls von Freimaurern gemauert worden? Hat jemand mal einen Dollarschein?

Meine Eltern ließen einmal am Rande unseres Anwesens eine Mauer hochziehen, schwarz natürlich - die Mauer - unter der Mithilfe von Freimaurern.

Die waren aber immer sehr nett, tranken Flaschenbier und pinkelten nicht ins Gebüsch. Fragten immer artig nach, ob sie denn die Toilette im Schloss nutzen dürften.

Alles in allem ein sehr nettes Völkchen.

Macht habe ich im kalten Alter von 4 oder 5 oder 6 erfahren, die Verteidigung der Sandburgen im heimischen Setzkasten, da war für Mädchen kein Platz z.b. mußten die sozial gebeutelten Jungs aus der Nachbarschaft, die keinen Sandkasten hatten und bei uns mitspielen wollten, bestimmte Rituale aushalten. Ich habe mich meistens mit Geschenken in Form teurer Siku-Autos bestechen lassen.

Jaja, so waren sie, die glanzvollen Zeiten der Macht in meinem Leben.

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Le Frisur

Kurz nach Feierabend dachte ich mir, wie es wohl wäre, sich mal wieder die Haare schneiden zu lassen. Das ging so:

Tatort: Frisörladen, irgendwo in Köln, ich seit 3 Jahren zum ersten Mal wieder in diesem Geschäft.

Ich: Voller Vorfreude.

Sie: Blondiertes Etwas.

Ich: "Ist die Mannschaft hier ausgewechselt worden?"

Sie: "Ja, ich glaube in den letzten zwei jahren schon zum dritten Mal"

Ich: "Da war ein männlicher Kollege von ihnen, sehr klein, Ende 20 schätze ich, ich weiß leider den Namen nicht mehr - ist der noch da? Dann würde ich mir gerne von ihm die Haare schneiden lassen, wenn er frei ist"

Sie: "Nein, der hat auch gewechselt"

Ich: "Schade, der konnte prima Haare schneiden"

Sie: "Stimmt, der war echt klasse, aber alle männlichen Frisöre sind stockschwul"

Ich: "..."

Später kam dann noch die Chefin und meinte, es würde im Pausenraum noch ein Bild der alten Mannschaft hängen, "Da ist der auch drauf". Aber so genau wollte ich das gar nicht wissen. Musz das so sein? Sind Friseurinnen prinzipiell immer etwas debiler als der Durchschnitt? Dann will ich nichts gesagt haben.

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E.T.

Gestern Abend, so kurz vor 20h, sauste ich in den Supermarkt und entdeckte auf dem Weg zur Kasse einen Meter bunten Aluminiums, Dosenbier, tatsächlich. Ich trinke sowas eigentlich nicht, aber dort stand Berliner Weisse in Dosen, ich griff also zu.

Eigentlich stehe ich mehr auf die süssen Sachen was Alkohol angeht. Aber das ist schon okay, ich finde Fußball ja auch blöde, also so fernsehmäßig zum zuschauen.

Die Weisse schmeckt so wie sie riecht. Grausam. Mit so etwas wurde ich als Kind oft abgespeist, meine Legasthenie ist nur einer von vielen Teilschäden, die davon zurück blieben.

Was gibt es noch für Volkskrankheiten in Dosenform?

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Hase

Vor einer Stunde war ich mit ein paar Kollegen bei unserem Chef, Besprechung. Mein Chef erklärte uns wieder einmal längst Bekanntes in vollkommener epischer Breite, etwas, was wir schon seit Wochen wissen. Nach seiner minutenlangen und umständlichen Ausführung schaute er mich als einzigen in der Runde irgendwie erwartungsvoll an, jedenfalls meine ich das so sehen zu müssen. Ich fühle mich genötigt, etwas zu sagen, dieser Blick von ihm war mir unangenehm.

Ich sagte "Ah, da weht der Hase!"

Danach war es still, man fing an zu lachen, ich wurde zwar nicht rot, mir war das aber irgendwie peinlich.

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Dinosaurier

Herrn F kenne ich nur von Telefonaten, wir leben in der Zeit mit Millionen von Menschen, die wir zu kennen glauben, auch wenn wir sie noch nie gesehen haben - was vielleicht nicht einmal das Schlechteste ist - doch täglich hören wir ihre Stimmen.

Herr F ist ein Telefonhofierer erster Kajüte, ich muß mich jedes Mal erneut wappnen, wenn sich ein Telefonat nicht vermeiden läßt, mich innerlich stärken, mir einen Schild gegen die aufkommende Gänsehaut aufbauen.

Er behandelt alle Menschen, als wären sie Kunden; genau so stelle ich mir Telefonate in der Zeit des Wirtschaftsaufschwungs, der Aufbaujahre nach dem Krieg vor. In Verbindung mit dem rheinischen Dialekt ist das für ein Nordlicht wie mich einfach unausstehlich, ich werde mich an einige Dinge hier wohl nie gewöhnen können. Zudem hat er eine feuchte, fast wässrige Ausprache; man könnte meinen, er habe Kieselsteine im Mund. ||| düdelütdüdelüt |||

"Hallo, Herr F, ich wollte...", "Herr R, ich grüße Sie, schön das Sie anrufen!"

Er betont die Wörter irgendwie karnevalesk, es hört sich genau genommen so an: "Halloho, Mmmmmmmm., ich grüüüße Siiiie, schön das Sie annrufeeehnnn! Was macht ... (Optional einsetzen: die Arbeit/Ihre Frau/die Firma?"

Mein Zahnfleisch bildet sich von Telefonat zu Telefonat ein bisschen mehr zurück. Paradontose Telefonitis, ich kann nichts dagegen tun, die Mundwinkel zucken, meine Nervenbahnen spielen Himmel und Hölle, ich atme tief ein und wieder aus und zähle bis 5, manchmal auch bis 10.

Letzte Woche führte ich folgendes Telefonat, in der Hoffnung, es würde alles wieder gut und besser.

"Hallo, Herr F"
"Hallooo, Herr Rrrrrrrrrrrrrr, ich gr..."
"Herr F, warum nehmen Sie nicht Ihre Freundlichkeit und sparen Sie sich für unsere Kunden auf? Sie wissen, dass ich weiß, dass Sie das sowieso nicht ernst meinen, also bitte etwas weniger Überschwänglichkeit, mehr Fakten. Ich bin es doch nur, Herr R, verlängerter Arm Ihres Brötchengebers. Außerdem sparen wir beide viel Zeit, wenn wir die verbale Abkürzung nehmen."

Er hat das wirklich eingesehen, ich war dann doch etwas überrascht. Gelegentlich verfällt er in alte Sprachmuster, aber ich sage dann - halb im Scherz für ihn, total ernst für mich - ein, zwei Sätze, und dann ist es wieder gut.

Es ist eine wilde Welt da draußen, ich versuche sie zu verstehen

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Cross-Selling

Letzte Woche war ich mit meiner besseren Hälfte im Auto unterwegs. Sie fuhr, ich genoss den Frühling, die laue Luft und das Schiebedach.

Wir fuhren durch eine sehr enge Straße, auf unserer Seite stand ein Lieferwagen in knallbuntrot mit der Aufschrift "Jesus liebt Dich!", es war wirklich eine sehr enge und kleine Straße. Ich fluchte wie ein Bierkutscher, als Beifahrer mache ich das mit viel Freude und Engagement.

Als mein Weib das Vehikel mit viel Geschick in Millimeterarbeit um das rote Blut Christi vorbeigelenkt hatte, meinte sie in der ihr eigenen, trockenen Art, die ich grade so an ihr liebe: "Jesus hätte nie so geparkt."

Ich mußte schallend lachen.

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Bitte nicht lesen

Gestern:

94 kilo

Heute:

Es ist jetzt 13:33h. Ich habe heute morgen Sabotage gerochen, meine Erdnussbutter war weg, total nicht auffindbar.

Trotzreaktion bisher: 20 Schluck Volvic und 2 Orangen.

Das ist doch kein Leben! 14:53h, in mir macht sich eine bekannte Hungeragressivität breit, wenigstens das, ich liebäugele in Gedanken mit reichlich kohlehydratreicher Nahrung, lese in den Zeitschriften aus Vorsicht nur die Rezeptüberschriften. Einiges macht Angst, schmeckt aber bestimmt sehr lecker.

Zusatz zu obiger Nahrungsaufnahme bisher: Weitere 20 Schlucke Volvic. Die Zigaretten schmecken nicht mehr, irritiertes Fußwippen macht sich breit, die Sehkraft ist etwas getrübt, der Körper spielt 'Cold-Turkey'.

15:56h: Ich habe nachgedacht, so ganz ohne Vitamine/Obst geht es doch nicht. Zugeschlagen, ein Stück Kuchen -wegen der Erdbeeren- und eine Tüte M&M -wegen der Nüsse-, dazu Volvic, die Flasche wird nicht leer.

Heute: 92 Kilo um 18:34h

2 Tassen Cappuchino
4 Croissants
1 Spiegelei mit frischen Bratkartoffeln und Speck
2 Portionen Erdbeerquark á 250 gr.
7-9 Salzheringe (lakritz)

Bewegung: 1 mal duschen, sonst null.

Wie soll ich diäten? Ich halte es mit dem Chaos der Nahrungsaufnahme ebenso in der Küche: Selbst das Braten eines Spiegeleis kann in ein absolutes Desaster ausarten, obwohl man ja eigentlich nur eine Pfanne und kaum andere Utensilien benötigt.

Womit ich noch so meine Probleme habe, ist das Abmessen und Wiegen der Zutaten. Das geht dann sehr oft so Phi x Daumen, mehr "Kochen nach Gefühl" -emotional cooking. Die Resultate sind dennoch überzeugend, essbar und schmackhaft. Wenn ich unsicher bin und nachmesse, ob es denn wirklich 1/4 Liter Milch ist oder nicht, stimmt es trotzdem. Fast immer.

Nur mit Dampfnudeln, also mit einem aufgehenden Teig, einem Teig, der sich unschuldig seines Lebens freut, der sich so verhält wie es Hefeteige in freier Wildbahn eben tun, habe ich Probleme.

Dampfnudeln sind wohl eines der letzten Abenteuer der menschlichen Zivilisation. Schlimm finde ich allerdings diese überzüchteten Dampfnudeln auf Jahrmärkten, wohl auch "Germknödel" genannt. Traurige Gesellen sind das, schauen Sie einem solchen Geschöpf mal in die entzündeten Augen, da kann der Stammbaum bis zum ersten Leib Christi reichen, sie sind einfach furchtbar und ungenießbar.

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Wildlife

Es war einmal in einem Imbiss in Köln am Friesenplatz, später Abend oder früher Morgen, wie man das sehen möchte, irgendwann Ende der 80er oder Anfang der 90er Jahre. Ich kam grade mit meinem Freund O und dessen Bekannter aus dem "Hardrock", eine komische Spelunke, von der ich nicht einmal weiß, ob sie heute noch existiert. Das 'Hardrock' befand sich damals in der Nähe des Capitols am Kölner Ring. Im Capitol residiert jetzt schon seit 3.000 Jahren Harald Schmidt und backt dort seine Late-Night-Show Küchlein. Dies nur als ungefähre Ortsangabe.

Wir waren jedenfalls voll tinitusiert, etwas alkoholisiert und wollten irgend etwas Heißes und Fettiges essen. ||| was war ich vorher? |||

Während ich auf meine frittierten Kartoffelstäbchen wartete, steht da plötzlich ein kleiner, langhaariger, in Leder verkleideter Mensch neben mir. 'Den kennst du doch' dachte ich so bei mir. Ich schaute nochmals hin, es war Bruce! Ich konnte ihn einfach nur anstarren, er war so ... klein! Bruce bestellte ein Schaschlik mit Pommes und Mayo. Er stand neben mir ganz artig in der Schlange der Wartenden, und wartete eben auf seine kleine Mahlzeit. Wie man das halt so macht, ganz unspektakulär und klein eben. Warum ich denn 'so komisch gucken' würde meinte der nicht mehr ganz nüchterne Bekannte meines Freundes zu mir. Ich sagte "Das ist Bruce, Mensch, weißt du denn nicht, wer das ist?! Bruce Dikinson, 666 - the Number of the Beast!" Er wußte es nicht, nicht genau, vielleicht war es ihm auch egal. mir war dieser mitgebrachte Bekannte meines Freundes direkt suspekt, oberflächlich. Er wurde direkt innerlich abgelegt. Mein Freund O. hatte Bruce ebenfalls erkannt und stand ||| was werde ich später sein? |||etwas paralisiert am Stehtisch, lustig anzusehen.

Mein Zustand war auch nicht mehr als nüchtern zu bezeichnen und so war ich nur darauf bedacht, nicht zu auffällig zu wirken. Dieses 'ich-will-nicht-daß-du-weißt-daß-ich-weiß-wer-du-bist' .

Was mir bei Herrn Dikinson direkt ins Auge sprang: Extrem gepflegtes Äußeres und phantastische Zähne. Und er ist klein, sehr klein. Jedenfalls für mich.

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Stukkateur

Bei mir zu Hause liegen nur Stapel mit Etwassen rum: Etwas Papier, etwas CDs, etwas Zeitungen, etwas Wäsche (saubere), etwas Bücher, etwas LPs, etwas Etwas in allen möglichen Formen, Farben und Fragmenten. Auf den Möbeln, in den Möbeln, selbst Kartons vom letzten Umzug sind nicht mehr wegzudenken, da sie mittlerweile als fest integrierte Ablagefläche im Wohnbereich dienen.

Ich konnte in meinem bisherigen Umzugslebenslauf ein proportionales Verhältnis der Stapel und Haufen zur Wohnfläche in m² feststellen. Je größer der Wohnraum, desto kleiner auch die Stapel und die Unordnung insgesamt, was ja eigentlich vollkommen hanebüchen ist, sollte man doch annehmen: mehr Platz auch gleich mehr Unordnung/Stapel, die Verteilungsfläche ist ja auch größer. So ist es aber nicht.

Der jetzigen Wohnsituation entsprechend müßte mein Ordnungsquotient bei ca. 120 m² stuckverziertem Altbau in einer ruhigen, aber dennoch zentralen Wohnlage bei ungefähr 1% Unordnung auf ca. 10 m² liegen.

Ich arbeite daran.

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Die Erde bebte

Schon einmal irgendein Erdbeben mitbekommen? Leider nein, ich verpasste sogar das "große" Beben Anfang der 90er, obwohl ich doch relativ nah am Geschehen lebte hier im Rheinland. Am nächsten Tag herrschte aufgeregtes Gewusel in der Firma, ich wußte von nichts, was man mir teilweise nicht abnahm "Wie? Sie haben DAS nicht mitbekommen?! Aber, es war doch, es war doch ..." Vielleicht war es zu leise. Ich glaube in Belgien lag das Epizentrum, nicht wahr?

Ein Freund von mir, der zu dieser Zeit im Krankenhaus lag, ist sogar aus dem Bett gefallen. Obwohl er voller Psychopharmaka steckte, hat er das Beben noch mitbekommen, seine Therapie lief aber normal weiter. Ich bemerkte später nur einen Riss an der Hauswand meiner Bleibe, der vorher noch nicht dort lebte.

Ich stelle mir ein Erdbeben schon beeindruckend vor, so ein kleines, doch. Gewitter finde ich schön, prinzipiell stehe ich wohl auf Naturgewalten. Kann man das psychologisch deuten?

Ich habe mich auch hinterher geschämt, was mich störte, war ja eben meine Unfähigkeit, mich darüber auszutauschen. Später war ich dann richtig sauer "Jetzt haben wir mal hier irgend einen Kontinentalrausch, und ich habe es nicht mitbekommen".

Tiere spüren wohl im Vorfeld schon die Erschütterungen, die für uns Menschen erst Stunden später bemerkbar sind. Elefanten eignen sich allerdings nicht unbedingt als Alarmanlage, weil zu laut.

Die zwei Elefanten von der Freundin, mit der ich zu jener Zeit zusammen war, waren schon den gesamten Tag vorher total durch den Wind, zankten sich und schrien wie bekloppt. Als wenn sie etwas geahnt hätten. Erdmännchen hingegen eigenen sich als 'Erdbebenalarmanlage' im direkten Vergleich vorzüglich.

In der Tat, typisches Verhalten bei Erdmännchen im Falle eines Erdbebens, ca 5 Stunden vor dem Rumpel:

||| Rumpelrumpel |||

Elefant nach ca. 40 Minuten Schreien und Zanken vor einem Erdbeben:

||| Rumpelrumpel again |||

Sehen Sie den Unterschied?

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Das Ende ist nah

Endschluss ist ein schönes Wort, so falsch und knapp am Entschluss vorbei - trotzdem und wahrlich wohl auch so gemeint.

Die Sonne steht hinten am Haus. Wenn ich 300 Meter Fußweg auf mich nehme, kann ich sie sehen. Auf dem Weg zur Toilette. Trotzdem glaube ich, es wird ein bigotter Tag. Die ganze Woche war schon so. Elende, armselige Veräppelei. Dennoch bin ich ein Teil des Systems, ich werde nicht ausweichen können. Ich habe ein Gerechtigkeits-Gen, damit ist nicht gut Frühstücken. Und deshalb hier mein Plan:

Wie mein Vater, mein Großvater und der Großvater meines Großvaters.

wankt, torkelnd zwar, aber frohlockend aus der Frühstücksklause ...

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